Amazon und Audible machen Podcastsubmissions möglich

Heute können wir ja eigentlich schon froh sein, das Amazon nicht die Taktik von Podimo übernommen hat. Auch sehe ich hier weniger Probleme mit der Moral. Während Spotify Podcasts promotet um Lizenzkosten an die Musiker zu sparen (ohne den Podcaster bzw Podcasterin zu bezahlen) und ggfs. noch Werbung zu schalten scheint Amazon hier einen besseren Weg zu gehen.

1 Like

Spätestens bei „Content that in our judgment is unappropriate or offensive“ wäre ich auch prinzipiell raus.

Wieviele Leute man damit erreicht ist halt auch deckungsgleich damit dass man viele Leute wieder verlieren würde. Ansonsten ist ein RSS-Feed und Webplayer halt auch wirklich alles, was man benötigt.

2 Like

Zumal man auch sagen muss: jetzt gerade sieht das Angebot noch harmlos aus. Amazon hat aber alle Möglichkeiten, die Bedingungen zu verändern, ohne dass wir als Podcastende da irgendwie mitreden könnten. Wenn dann auf einmal Content-ID, strengere Regeln oder vorgeschaltete Werbung kommt, können wir da nichts gegen tun.

Ich habe meinen Podcast für erste nicht dort eingetragen, vor allem weil die T&C mir zu übergriffig vorkommen.

4 Like

Kann man halt in zwei Richtungen auslegen. Wenn man sieht, wie schwierig es in den USA ist, Demagogen wie Alex Jones (Infowars) von einer Plattform zu werfen, kann ich schon nachvollziehen, dass Amazon eine Absicherung haben will. Auf der anderen Seite, wenn man weiß, wie prüde in den USA auf manchen Themen reagiert wird, dann ist diese Klausel sicherlich bedenklich. Es müsste klarer sein, was „unappropriate or offensive“ bedeutet und wer es definiert.

1 Like

Der Passus ist, so wie er da steht, ein Darf-Schein ohne Begründung oder Rechtfertigung zu reagieren. Ich glaube nicht mal daran dass der Passus in der Praxis dann so gezogen wird, wie wir den vielleicht interpretieren würden.

Ich nehme an dass die zeitnah dann auch für dortige Produktionen irgendeinen Modus anbieten urheberrechtlich geschütztes Material über die Veröffentlichung auf deren Plattform nutzen zu können, und damit beginnt dann der naheliegende Lock-In, wie er bei allen Amazon-Eigenen Konzepten kommt.

Oooooooder man lässt sich eh nicht darauf ein.

1 Like

Klar, die Plattformen lassen sich da gerne die Generalvollmacht geben. Aber darf ich mal ketzerisch fragen, wo da das Risiko ist? Schlimmstenfalls ist man halt raus und verliert die Hörer, die man sonst gar nicht gehabt hätte. :smirk:

Wo kann man denn den Podcast bei Amazon melden?

Das Problem besteht in der Gefahr für die dezentrale Unabhängigkeit der Podcastszene. Viele der Plattformen entziehen sich absichtlich dem Umgang mit öffentlichen Feeds. Wenn du es dir leisten kannst, im Notfall beispielsweise deine Spotify-HörerInnen zu verlieren, bist du in einer glücklichen Lage.

Man hat zum Beispiel solche Probleme nicht, wie die wenn ich auf die Webseite eures Podcastes gehe, und da diesen Link zur ersten Episode anklicken:
https://open.spotify.com/embed-podcast/episode/3RXMLe3ilVzXcMPuSn2TEl

Und diese Fehlermeldung erhalte
Untitled 1

Am Ende des Tages läuft es auf eine recht einfache Frage hinaus - wieviel ist man bereit zu geben um dafür was im Gegenzug zu bekommen. Für einen Menschen, der einen höheren Wert dem Umstand attributiert nicht abhängig von größeren Anbietern zu sein, und all dem Hassle der damit einhergeht, ist es ein Uphill Battle jemand anderem, der darauf bedeutend weniger Wert legt, verständlich zu machen was das Problem sein soll.

Aber wie dir in vorherigen Threads bereits zu verschiedenen Themen geantwortet wurde - wenn das für dich alles so funktioniert, dann ist das in Ordnung, am Ende des Tages ist es dein Podcast und nur du allein musst damit zufrieden sein, wie du damit umgehst.

Für andere Podcastende liegen da aber weitere intrinsische Elemente verborgen, wie zum Beispiel die Kontrolle über den eigenen Podcast, und das bedeutet beispielsweise dass die größtmögliche Verfügbarkeit nicht darin besteht dass man sich womöglich nicht an alle großen Anbieter ranwanzt, die im Augenblick alle nur das Ziel verfolgen nach dem Vorbild der US amerikanischen Wertschöpfungskette ein unabhängiges Medium als ideale Plattform für Lock-In Effekte und Werbung zu erschließen, weil „Podcasts dieses native, glaubwürdige haben, dass man in anderen Medien bereits zu Tode gemolken hat“.

In mancher Hinsicht tickt die deutsche Seele etwas anders, wir neigen dazu vehementer für Datenschutz einzutreten, die Gewaltenteilung höher zu bewerten, ehrenamtliche Tätigkeiten sind historisch stärker verwurzelt - und obwohl es seit Jahren immer wieder Versuche gegeben hat die deutsche Podcastszene zu vereinnahmen, hat sich diese als ziemlich resilient gegenüber der Idee gezeigt.

Und ich komme noch einmal zum Anfang - das kann natürlich jeder halten, wie er oder sie lustig ist. Es wohnt der Audiokonserve des gesprochenen Wortes keine Geisteshaltung per se inne, aber die Erfahrung lehrt dass hier erstmal nicht über jeden Stock gesprungen wird, der von Startups oder Konzernen hingehalten wurde.

4 Like

Amazon hat mir auf allen adressen zu meinen Podcasts eine Mail mit den Details geschickt. Wenn Du die nicht bekommen hast, dann musst Du wohl warten, bis die Datenbank Public geht. Es kann auch sein, dass Deine jetzigen Hoster bald Amazon als weitere Option anbieten werden.

Oh, danke für den Hinweis. :kissing_heart: Liegt wohl daran, dass wir von Anchor weg sind und sie dadurch der Feed geändert hat. Ist korrigiert.

Kleines Update zum Thema: Auch Podigee hat seine User heute via Newsletter dazu eingeladen, ihren Feed „einzureichen“, um rechtzeitig für die Öffnung von Audible und Amazon Music für uns PodcasterInnen gerüstet zu sein. Amazon selbst hält sich allerdings immer noch bedeckt, was den „Tag X“ angeht. Auch gegenüber uns in der Podcastwelt-Redaktio hieß es nur, dass man dazu noch nicht öffentlich Stellung nehmen wolle.

Heißt das nicht in der Regel „Nazis ja, Sex nein“?

Ok, ich werd schon wieder spöttisch :wink:

5 Like

Schon OK. Das ist ja auch das Prinzip, dass wir an den App-Stores so lieben.

1 Like

Ich liebe Konsistenz.

Zum Thema fiel mir dieser Thread ein, als ich heute diesen Artikel auf Twitter sah:

Spotify testet Filtern anstößiger Inhalte

Aktuell noch Opt-In, aber die Marschrichtung ist klar.

1 Like

Podcasts bei Amazon Music sind nun da:

https://music.amazon.de/podcasts

Habe die E-Mail von Amazon auch gerade erhalten, Einreichungen von Feeds sind aber wohl (noch) nicht möglich.

Unter diesem Link kann man seinen Podcast einsenden/freigeben:

https://www.mikemurphy.co/amazonmusic

Bei unserem hat es funktioniert, er ist drin, auch wenn wir nie eine offizielle Bestätigung erhalten haben. Ob er sowieso drin gewesen wäre, weiß ich nicht.

Und damit ein weiteres Argument gegen selbstherrliche Plattformen.

1 Like

Bin gespannt, wann das Podcast Management Tool kommt.

1 Like